Beim Wandern begegnet

Pilgern ist in. Aber wie sieht es aus, nicht unter 1000 Kilometer am Stück zu wandern? Jedes Jahr? Auch ohne pilgern, kann das eine spirituelle Erfahrung sein.

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Oh wie gerne würde ich einen Bericht abgeben, wie mir Gott begegnet ist. Es gibt in der Bibel da folgende 2 Einflüsse, die ich jetzt nicht als dominant hinstellen will aber als bedeutend. Der eine Einfluss ist, dass es eine Bibelstelle gibt, die zur Nüchternheit aufruft, wobei ich es hier so interpretiere: Nicht über das hinaus gehen, was wirklich ist und stets angemessen bleiben. Zum zweiten sagte Jesus immer, dass die Geheilten (oder die Geheiltinnen (haha)) nicht weitererzählen sollen, dass sie von Jesus geheilt wurden, es aber dann doch taten (haha).
    Nun erzählte mir ein «Bruder» am letzten Sonntag, dass er in einer Meditation so etwas wie Gericht Gottes erlebt hatte, aber in einer besonders liebenvollen und unfassbaren Herrlichkeit inclusive der Wahrnehmung aller anderen in einem wunderschönen Raum. Ich schaute sehr skeptisch. Er meinte: Ich solle ruhig denken, dass er ins Irrenhaus gehört (wobei ich sowas ganz und gar nicht gedacht habe!).
    Ich habe ihm erklärt, dass in meiner Gemeinde 2 Frauen die öffentliche Zungenrede saloonfähig machen wollen. Ihre Offenbarung mit Gott soll öffentlich ausgelebt werden. Ich sagte meinem Bruder, dass ich solche Geschichten anders verarbeite, als über den Inhalt oder über die Wahrscheinlichkeit auf Wahrheit des Inhalts. Ich machte mir während dieser Erzählung vom «barmherzigen Gerichtsraum» die Gedanken, was man mit solchen Menschen in den christlichen Gemeinschaften machen soll. Ihnen eine Sonderstellung mit Sonder-Offenbarungen zugestehen?
    Die Geschichte von der Pilgerschaft und dem Wander-Erlebnis ist sehr nüchtern dargebracht und «Gott sei Dank» keine so überspitzte Geschichte. Wofür soll ich dankbar sein? Eher für was unverfänglich Einfaches oder für die Kenntnis der «Begegnung der besonderen Art»?

    Antworten

Kommentieren

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Manuskript / Download
Beim Wandern begegnet als Manuskript-Datei runterladen

„Die meisten Leute finden ja eher in einer Notsituation zum Glauben oder weil sie Halt suchen – nicht wie ich aus übergroßem Glück“[1], so beschreibt die Langstreckenwanderin Christine Thürmer in einem Interview, wie sie ihren Weg zurück zu Gott gefunden hat. Dabei betont sie, dass sie keineswegs pilgert, also bewusst spirituelle Erlebnisse beim Wandern sucht. Es war bei ihr eher so: durch das Wandern, das Schlafen im Zelt, die fehlenden Möglichkeiten sich zu waschen, durch die Entbehrungen, ist bei ihr eine neue Dankbarkeit entstanden. Sie ist dankbar für die wöchentliche Übernachtung in einem Hotelbett, für die Dusche, die Seife. Sie ist dankbar überhaupt so unterwegs sein zu können; diese Möglichkeit für sich entdeckt zu haben, denn sie wandert fast nie unter 1000 Kilometer am Stück. Dadurch, dass sie immer wieder „danke“ gesagt hat, kam ihr irgendwann wieder ein „Danke, lieber Gott!“ über die Lippen, „weil man sich immer bei jemandem bedankt“, fügt sie hinzu. Danke, dass es so viele Wege gibt, Gott zu begegnen.

[1] Die Zeit Nr. 9 vom 23.2.23 Seite 60 „Immer weiter“