Du stiehlst
Wir sollen nicht stehlen. Das wissen wir, trotzdem tun wir es. Täglich. Auch wenn wir das gar nicht wollen. Können wir das ändern?
Wir sollen nicht stehlen. Das wissen wir, trotzdem tun wir es. Täglich. Auch wenn wir das gar nicht wollen. Können wir das ändern?
Sie stehlen doch nicht?! Ich habe selbst als Teenager keine einzige Mark aus dem Geldbeutel meiner Mutter genommen. Und doch stehle ich jeden Tag! Ich stehle anderen ihre Freiheit und ihre Würde. Ich stehle ihnen den gerechten Lohn und ihren Feierabend. Ja, das könnte jetzt so eine „Ich-mache-dir-ein-schlechtes-Gewissen-Nummer“ sein… Am vergangenen Samstag / am 10. Dezember war der Tag der Menschenrechte. Jedem Leben ist von der ersten Sekunde an, das Recht als freier Mensch zu leben, mitgegeben. Gott hat deshalb damals dem Volk Israel die „10 Gebote“ an die Hand gegeben. Es sind Freiheitsrechte und damit Menschenrechte. Jedes einzelne Gebot. Wer zum Beispiel stiehlt, der nimmt einem anderen die Freiheit mit einer Sache so umzugehen, wie es ihm beliebt. Und wer auf Kosten anderer Menschen lebt, durch zu billig produzierte Ware etwa, der stiehlt ihm seine Freiheit und verletzt das Menschrecht eines anderen. In einer so komplexen Welt werde ich immer wieder die Freiheit anderer verletzen, aber es wird besser, wenn ich darum weiß und hinschaue. Mir Gottes Freiheitsrechte einmal mehr bewusst mache, so wie: Du sollst nicht stehlen. „Mach was drauß, Anja“, sag ich mir dann.
Jeder Mensch ist ein Sünder.
Ich finde, dass das Thema „Stehlen“ in eine ganz bestimmte Kategorie von „Sünden“ gehört. Derjenige/diejenige sollte relativ schnell bestraft oder belohnt werden. Bestraft, wenn er/sie/es stielt und belohnt, wenn er/sie/es der Versuchung widersteht, nicht zu stehlen. Vor einer Woche suchte ich ein ganz bestimmtes Messer in meinem Werkzeugkoffer. Ich mag es nicht, wenn andere Handwerker auch noch an der gleichen Baustelle arbeiten, weil sonst evtl. gestohlen wird. Jetzt hat doch glatt der Elektriker genau so ein Messer in Verwendung, das ich in meinem Werkzeug suchte. Flux tat ich es in meinen Werkzeugkoffer. Dann dachte ich mir: Wenn es nun sein Messer ist und er lediglich das gleiche Messer verwendet? Fux legte ich es wieder hin und dachte: Wenn ich ihm tatsächlich sein Messer wegnehme und er von mir denkt, ich würde ihn bestehlen, was dann? Ich beschloss die Sache offen zu lassen und falls es doch mein Messer war: abschreiben und den Verlust verschmerzen.
Es gibt auch den Effekt, mit seinen Gedanken Dinge heraufzubeschwören und dann passieren sie auch. Es kann auch eine Arglosigkeit geben und die wird tatsächlich ausgenutzt und Du wirst beklaut, weil Du zu gutgläubig und zu vertrauend bist.
Nun ja, jetzt könnte ich beten: Jesus mach doch bitte, dass mir auf der Baustelle nichts geklaut wird. Dann denke ich: Und ein ukrainischer Wachsoldat betet: Jesus, mach doch, dass keine Rakete hier einschlägt. Also denk ich: Gebet, was soll das? Jesus wegen so was belästigen? Würde ich extrem fest an meinen persönlichen Engel glauben, wärs wieder einfacher. Beim Ihm/(oder Sie?) dürfte ich mit so einer «Kleinigkeiten» kommen.
Ja wir stehlen, wenn wir Schnäppchen kaufen, bei denen kein real fairer Lohn ausbezahlt wurde. Der Wettbewerb ist hart in der freien Marktwirtschaft, aber davon können ärmere Menschen durchaus profitieren. Die Butter bei Aldi 0,08 Euro billiger als beim Lidl (oder umgekehrt), na dann dort kaufen. Und weil es eine gewisse Menge Leute gibt, die das machen, sind die Preise niedrig. Es ist so schwer hier fair zu werten! Mit dem Kaufen haben wir eine sehr grosse Macht. Ich kaufe so ein Packet Lebensmittel bei einem Bauern jeden Monat. Er soll leben und in Krisenzeiten, kann er mir vielleicht mal helfen.