Fröhlich Zweiter

Erster zu sein, ist ein wunderbares Gefühl, besser zu sein als alle anderen. Aber auch als Zweiter kann das Leben schön sein.

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Warum ist verlieren eigentlich so schwer? Egal, ob ich Politikern zuhöre, oder meiner Tochter beim Mensch-ärgere-dich-nicht-spielen. Für manche Menschen ist der zweite Platz schlicht: undenkbar. Also wird getrickst und losgewütet, wenn’s nicht so läuft, wie erwünscht. Im schlimmsten Fall – peng, gibt’s Krieg! Und das alles, weil…ja, warum eigentlich? Beifall, Einfluss, Geld. Gibt keiner gerne her. Aber ich glaube bei der Angst vorm Verlieren geht’s um die unaussprechlichen Dinge. Sowas wie: Wenn ich verliere, mache ich mich lächerlich. Oder schlicht: Dann liebt mich keiner mehr. Weil es Liebe nur gegen Leistung gibt. Anerkennung von Papa, wenn die Schulnoten stimmen, Respekt von der Ehefrau, wenn der nächste Karriereschritt erreicht ist. Deals, die einen Teufelskreis lostreten und keinem guttun. Aber wie kommen wir aus der Nummer raus? Mir hilft es, mich daran zu erinnern, dass Gott mich schon geliebt hat, bevor ich auch nur irgendetwas leisten konnte. Einfach nur, weil er stolz darauf ist, wie er mich gemacht hat. Und Euch, Eure Kinder, den Menschen, den ihr gleich auf der Straße treffen werdet. Das verändert meinen Blick für andere und mein Gefühl für mich selbst. Wer sich selbst geliebt weiß, der kann auch fröhlich Zweiter sein.