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Bäm! Seit Tagen schon, kracht es immer wieder rund um unser Haus. Silvester steht vor der Tür. Und weil sich diese langen, dunklen Tage oft wie Käsefäden vom Raclette ziehen, vertreiben sich die Nachbarskinder die Zeit mit Böllertests. Lang, lang ist‘s her, da hat man zum Jahreswechsel Krach gemacht, um böse Geister zu vertreiben. Vor denen fürchtet sich heute kaum noch wer. Aber Sorgen vor der Zukunft, die kenne ich auch. Was kommt da auf mich zu, wird alles leichter? Oder viel schlimmer? Ungewissheit macht zögerlich. Mein Glaube sagt mir dagegen: Hab Vertrauen. Da ist einer, der dein Leben von vorne bis hinten kennt. Auch das neue Jahr. Manchmal muss man sich das selbst so sagen. Wie Gott ist und dass er es wirklich ernst mit uns meint. Das hat auch Dietrich Bonhoeffer, der evangelische Theologe getan. Unschuldig im Gefängnis, hat er Liedzeilen geschrieben, die auch Generationen nach ihm bewegen:
Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Foto: (c) privat
Landeskirchliches Archiv Stuttgart
© radio m 










Dietrich Bonhöfer und sein Lied „Von wunderbaren Mächten treu und still umgeben“:
Betrachten wir das Leben mal als Kampf, zwischen den Mächten, die es zerstören wollen und den Gegenmächten. Tatsächlich wurde Bonhöfer schwer misshandelt und umgebracht, also siegte im Kampf das Zerstörerische und Vernichtende (auf der Erde).
Diese Situation ist ein extremer Sonderfall: Was hat das Gute hier bewirkt? Antwort: Es hat sich nicht unterkriegen lassen mental und sprituell.
Das Lied ist so lieb, tragend und schwebend, dass es ein absolutes Meisterwerk ist, dass wahrscheinlich nur unter starkem Leid und starker Not so werden konnte. Bonhöfer ist damit in den edlen Kreis derer mit eingetreten, die ermessen durften, was Jesus für uns durchlitten hat, um uns aus den Fängen dieser zerstörerischen Welt zu erretten. Die Frage ist nun das Thema mit dem Leid. Vielleicht ist es eher so: Wer sich viel Leid ausgesetzt fühlt, fühlt sich nicht unbedingt geliebt von Gott. Und wer es richtig gut hat mit Haus, tollem Weib und gesunden Kindern und sicherem Job: Auch gut, aber im Reifegrad dann doch wohl etwas niedriger. Soll man sich nun Leid wünschen, um zu reifen?: Das wäre doof. Manche Leute leiden ja absichtlich, selbst gewollt innerlich!: Das ist doof.
Es ist und bleibt kompliziert, da beisst die Maus keinen Faden ab.
Google-Suche: „Früher wurden Lebensmittel im Keller mit einem Faden an die Decke gehängt, damit diese nicht von den Mäusen gefressen wurden. An die an der Decke hängenden Lebensmittel kommt eine Maus nicht heran und kann auch den Faden nicht abbeißen, damit diese herunterfallen. Somit sind die Lebensmittel sicher vor der Maus.“
Beim Leid, das Du alleine wegen Deinem Glauben hast, beisst die Maus auch keinen Faden ab. Leid und Lied – fast gleich geschrieben.