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Ungefragt gute Ratschläge zu bekommen, ist irgendwie nicht so der Hit. Ich weiß also, dass ein Ratschlag von mir jetzt vielleicht nicht ganz so gut kommt, aber ich gebe ihn trotzdem. Weil mich dieser Ratschlag mindestens genauso unverhofft getroffen wie Sie jetzt. Ein Buch fällt aus dem Regal und bleibt aufgeschlagen liegen. Und da steht ein Satz von Dietrich Bonhoeffer: „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“ Ich lese es und weiß: Genau das ist meine Angst. Ich würde gerne immer alles richtig machen. Natürlich geht das nicht und doch würde ich es so gerne und zögere dann oft zu lange. Wäre ein Fehler tatsächlich so schlimm? Wären die Konsequenzen so untragbar? Wahrscheinlich hat sich Dietrich Bonhoeffer den Ratschlag auch ein bisschen selbst gegeben. Er hat sich damit vielleicht selbst Mut gemacht, als er sich gegen das Nazi-Regime stellte. Entscheidungen fordern Mut, weil Fehler nicht ausgeschlossen sind. Aber keine Entscheidungen zu treffen, ist der eigentliche Fehler, denn dann werde ich entschieden. Den Mut Fehler zu machen, hat Dietrich Bonhoeffer wohl in seinem Glauben gefunden. Einen solchen Glauben, der stark macht, wünsche ich mir auch.

© radio m











… gern würde ich darüber mehr lesen – in welchem Buch steht dieses Zitat?
Ich habe dieses Zitat im Liederbuch „Himmelweit +“ entdeckt. Dort bei Lied 32. Das Lied zu dem es genannt wurde heißt: A clare benediction von John Rutter.
Wenn Boonhöffer erwähnt wird, was passiert da beim Zuhörer?
Ich will mal behaupten, dass 80% der Menschen in dem Moment an das denken, was ihm am Ende seines Lebens widerfahren ist und dass er einen kurzzeitig starken bis stärkeren Gegner hatte, der zu dem Zeitpunkt so stark war, ihn töten zu dürfen.
Aber was wäre eigentlich richtig? Richtig wäre, an das zu denken, was ihn hinter Gittern gebracht hat. B. wird geadelt durch den Tod, den er erlitten hat, aber wenn man nicht an das denkt, was B. erreicht hätte, wenn er hätte machen dürfen (ohne Gefängnis), so gibt man mit der Erwähnung dieses Mannes überwiegend bekannt: Die N. waren stärker. Dann dient man «denen» indirekt.
Ich habe mir von seinem Leben und Wirken gemerkt: B. war auf der Suche nach wirklichem Gottesdienst, nach wirklicher Gottes-Anbetung nach wirklicher Herzensfreude im Glauben. Als B. das ausgerechnet bei den Schwarzen in den Armen-Wohngegenden fand, wurde er zum Feind der USSA-Lobb und auch zum Feind der N.-Ideologie und zum Feind der etablierten Kirchen-Ideologie zugleich. Mann schwärmt nicht für so was.
B. wurde zum Verhängnis, zu fragen und darüber nachzusinnen, was echt ist. Das ist meine Meinung über B..
Und zum Thema «Fehler». Also einen wirklichen Fehler sollte man nicht machen. Und Angst ist ein Warnsignal, evtl. viel vorsichtiger zu werden. Interessant sind die Sachen bei denen man sich nicht sicher ist, ob es ein «Fehler» ist, sondern evtl. nur eine propagandistische Angst geschürt wird, diesen «Pseudo-Fehler» nicht zu tun. Johannes der Täufer, hat er einen Fehler gemacht? Ich meine, bei Johannes dem Täufer und Paulus Fehler entdeckt zu haben. Sie übertrieben an bestimmten Stellen oder es wurde ihnen untergejubelt, dass sie übertrieben haben.