Aufbruch statt Ausbruch
Hier ein bisschen anders, dort ein bisschen neu – das ist nett, aber ein wirklicher Neuanfang sieht ganz anders aus. Allerdings: Wer will den schon?
Hier ein bisschen anders, dort ein bisschen neu – das ist nett, aber ein wirklicher Neuanfang sieht ganz anders aus. Allerdings: Wer will den schon?
„Lass alles liegen und stehen und komm mit!“, sagte er zu ihm und der Mann ließ alles stehen und liegen und ging mit. Wenn ich Geschichten in der Bibel lese, wie Jesus Menschen auffordert, mit ihm zu kommen, dann bin ich ebenso entsetzt wie begeistert. Entsetzt, weil man doch nicht einfach alles stehen und liegen lässt. Begeistert, weil da Menschen eine Chance für sich sehen und sie auch ergreifen. Was bewegt Menschen dazu, alles stehen und liegen zu lassen? Vermutlich der Wunsch, das komplette Leben neu zu starten. Nicht nur an einem kleinen Schräubchen zu drehen, sondern das Leben komplett neu zu überdenken und auszurichten. Es geht nicht darum, durch Jobwechsel, Trennung von der Partnerin oder dem Partner, einen neuen Wohnort oder ein neues Outfit etwas zu verändern. Das sind nur Ausbrüche, aber keine Aufbrüche. Nein, es geht um einen ganz neuen Blick auf mein Leben. Mich selbst neu kennenzulernen, indem ich mich selbst entdecke, wertschätze und mich selbst lieben lerne. Der neue Blick sind die Augen, mit denen Jesus mich sieht. Aufbrechen und mit ihm zu gehen, heißt: Ich schaue mutig auf das, was war und breche Strukturen, Verhaltensweisen, Leitsätze auf, die mich behindert haben, zu mir und meinem Leben zu finden. Aufbruch ist mehr als Veränderung. Es ist das Durchschauen mit dem Wunsch Neues zu wagen. Jesus fordert dazu bis heute auf.
Eine Radiosprecherin sagt 2022: Jesus fordert auf!
Wozu fordert Jesus den Normal-Bürger auf?
Wozu fordert Jesus den Menschen auf, der im religiösen Bereich sein Geld verdienen will, quasi einen christlicher Beruf haben will (oder soll !?! )?
Es ist doch ein Unterschied, ob ich Jesus als Mensch zu Mensch verfügbar habe (wie in diesen Bibel-Geschichten) oder ob ich Jesus als gerade stattfindende Vorstellung (durch Bibel-Lesen) vor mir habe?
Es gibt so einen ganz schmalen Grat, auf dem man sich legitim berufen fühlen kann. Eine Übertreibung nach rechts ist schon kritisch. Eine Übertreibung/Untertreibung nach links, ist ebenfalls kritisch zu bewerten.
Was ist bei einer echten Berufung wirklich echt?
Das zu denken, zu fühlen, bestätigt bekommen usw. ist ein relativ komplexer Prozess, ein Prozess hin zu einer individuellen Wahrheit, die ich allgemein vertreten kann und darf.
Ich mache es tendenziell so: Erst im Nachhinein von Berufung reden, wenn sich erwiesen hat, dass es gut war. Was «gut» ist und war, ist dann wieder so eine Wertungs-Aufgabe für sich. Und ein wenig un-gewagt ist dieses Vorgehen auch, weil es den Schwerpunkt auf Vergangenheits-Bewertung setzt.
Und vielleicht habe ich gar keine Berufung, aber das glaube ich wiederum auch nicht.
Coole Gedanken!
Sehr inspirierend!!
Danke!
Guten Morgen!
Ihr seid allesamt ein SEGEN!