Nix umsonst
Geld, Einsatzwille, Opfer bringen. Wer was erreichen will, der muss sich ins Zeug legen. Ins Leben muss investiert werden. Oder auch nicht.
Geld, Einsatzwille, Opfer bringen. Wer was erreichen will, der muss sich ins Zeug legen. Ins Leben muss investiert werden. Oder auch nicht.
Immer dann, wenn ich mich in der Schule besonders anstrengen musste, sagte meine Oma: „Junge, im Leben ist nix umsonst!“. Ja, so scheint es. Für alles, was man im Leben erreichen möchte, muss man richtig was tun. Nur Wenigen ist das Glück vorbehalten, das ihnen scheinbar alles zufliegt. „Im Leben ist nix umsonst“. Je länger ich über diesen Satz nachdenke, desto weniger glaube ich allerdings, dass er stimmt.. Sicher, wenn ich in der Schule gute Noten haben möchte, dann muss ich mich anstrengen. Wenn ich einen Berg bezwingen will, muss ich Kondition aufbauen. Aber ansonsten gibt es durchaus so einiges umsonst. Das Leben selbst, das ich als Säugling geschenkt bekommen habe, das ist umsonst. Also das Wichtigste, das Leben selbst, kostet schon mal nix. Oder: Die Schönheit der Natur um ich herum. Sie kostet mich auch nix. Das, was mein Leben wirklich ausmacht, was es für mich lebenswert macht, die Luft zum Atmen, die Schönheit der Natur erleben, Beziehungen und Freundschaften, Genuss, Kinderlachen …. Das kostet eben einfach mal nix. Gott sei Dank.
Nix umsonst Besonders was geschenkt.
Da liegt eine grosse Spannung drin. Wobei das Wort „umsonst“ in Glaubensfragen ein sehr heikles Wort ist. Es geht mehr um „geschenkt“, statt dass etwas umsonst ist.
Die Sachen wie „das Leben“ und „die Naturschönheiten“ und „unsere Fähigkeit zu schönen Sinneswahrnehmungen“ bekommen wir tatsächlich geschenkt allergrösstenteils. Was wir aber auch definitv geschenkt bekommen und was uns als „umsonst“ erscheint, sind Stolpersteine in unserem Leben: Eigenes Handycap, eigene Krankheit, Krankheit einer sehr nachestehenden Person, Kriegswirren, Schulden naher Angehöriger und dergleichen.
Ich glaube beim «Christ werden» spielt schon mit eine Rolle, was man dann bekommt (Betonung auf «was man bekommt»), wenn man sich «für Jesus entscheidet» und Christ wird.
Ich stelle fest, dass manche Christen es wie einen Zaubertrank geniessen (z.B. in Freikirchen in denen viel gesungen wird) oder als Manipulations-Möglichkeit (der Nachbar möge doch bitte ausgetauscht werden, dass da nicht so ein Arsch (gemeint ist ein stressig wirkender Mensch)) wohnt. Am Arbeitsplatz, im Krankenhaus und und und.
Welches Gebet ist umsonst und nach welchem Gebet bekommt man hinterher etwas geschenkt.
Gestern richtete ich ein Stossgebet gen Himmel. Klimaanlage geht nicht trotz Reparatur. Ich hatte schnell den Fehler gefunden, aber alle Arbeit musste ich doppelt machen. Oh-schönes Geschenk. Oh-super, Gott hat mir geholfen. Oh-Mist, warum hat es nicht beim ersten Mal gleich geklappt. Ich habe keine wirkliche Lösung für solche Doppel-Boden-Interpretationen, die entweder richtig, halbrichtig oder falsch sein können.
Über eines bin ich mir relativ sicher: Beten mit einer falschen inneren Haltung ist fast umsonst. Ich sage fast, weil ich von einem barmherzigen Gott ausgehe, der nicht immer verlangt, dass die Voraussetzungen passen müssen, um ein Gebet eines Beters, einer Beterin ernst zu nehmen und dann auch zu helfen (meist durch seine Engel).