Das Kind, du Ochse!

Heute ist Weihnachten! Geschenke, leckeres Essen, hoffentlich ein friedliches Beisammensein und einen schönen Weihnachtsbaum. Fehlt da nicht irgendetwas? Mhhhh… Keine Idee?! Mal hören, was heute der Beter und unser Impulsgeber sagen. Weihnachten? Da war doch was? Aber was?

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Ja, das ist eine gute Frage, die der Ochse da stellt…

Wissen es die Menschen?

Weihnachten: Gottes Sohn, Jesus, wird geboren. Allein über die Geburt eines Kindes kann ich mich schon freuen.

Doch: Jesus wurde vor über 2000 Jahren geboren.

Was also hat das mit mir in der heutigen Zeit zu tun?

Dafür braucht es die ganze Geschichte. Ganze Geschichte Gottes mit den Menschen.

Alles auf Anfang!

Am Anfang schuf Gott Adam und Eva.

Er schuf sie, um ein Gegenüber zu haben. Er schuf sie beide, damit sie einander haben. Das Ganze basierte auf Vertrauen. Vertrauen in und zu Gott. Vortrauen zu einander. Vertrauen ist die Basis jeder Beziehung. Bis heute.

Adam und Eva verletzten das Vertrauen Gottes und das Vertrauen ineinander. Sie wollten mehr als nur Menschen sein. Und für ihr Fehlverhalten schoben sie sich auch noch gegenseitig die Schuld dafür zu.

Wenn Vertrauen verletzt wird, dann kann das schlimme Folgen haben. Jeder, dessen Vertrauen schon mal verletzt wurde, weiß das.

 

Das Elend der Menschheit begann also mit diesen Vertrauensbrüchen.

Der Friede, der Respekt, den die Menschen gegenüber Gott, sich selbst und der Natur gegenüber anfangs noch hatten wurde zerstört.

 

Und die Folgen davon erleben wir bis heute. Überall fehlt es an Vertrauen. Vertrauen gegenüber Gott. Vertrauen in andere Menschen. Selbstvertrauen. Das stört den Frieden.

Bekriegen muss der Mensch sich dann, wenn er dem anderen nicht über den Weg trauen kann, weil Vereinbarungen nicht eingehalten werden, weil erteilte Macht missbraucht wird, weil der eigene Vorteil mehr wert ist, weil in mir drin so viel kaputt ist, dass ich zum Frieden gar nicht mehr fähig bin.

 

Jeden Tag sehen wir das in den Nachrichten, erleben es im Kindergarten, in der Schule, in Ausbildung, Studium und auf unserer Arbeitsstelle.

 

Viele Menschen, mich eingeschlossen, so erlebe ich es oft, leben meist so vor sich hin, lügen immer mal wieder, versuchen sich einen Vorteil zu verschaffen, pflegen ihre Eitelkeiten und vieles mehr.

Adam und Eva sind die Blaupause vieler Leben. Hier hat der große Vertrauensbruch und der Unfriede begonnen.

 

Menschen sind Menschen gegenüber böse. Fügen einander Leid zu.

Doch: Menschen hofften und hoffen immer wieder auf bessere Zeiten.

 

Wie kann dieser einst gute Anfang, den Gott mit seinen Menschen machte und dann so aus dem Ruder lief, wieder neu gestartet werden?

Im Alten Testament werden viele Geschichten erzählt, in denen die Menschen und Gott immer wieder einen Neuanfang versuchten.

So erlaubte ihnen Gott, ihm durch ein bestimmtes Verhalten und Einhaltung von vielen guten Weisungen nahe zu sein.

 

Doch es klappte einfach nicht. Egal wie sehr sich die Menschen bemühten, wie sehr sie sich auch anstrengten, dieses Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Gott, konnte kein Mensch wiederherstellen.

 

Irgendwann kam auch Gott zu dem Entschluss, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

 

Gott möchte, dass jeder Mensch mit ihm eine vertrauensvolle Beziehung eingehen kann.

 

Das jeder Mensch seine Liebe und Zuwendung spürt. Ohne Hindernisse.

Es braucht eine Entscheidung. Gott entscheidet sich für Jesus. Er entscheidet sich dazu, selbst Mensch zu werden. Es kommt zu dem Ereignis, das wir heute Nacht und in den nächsten Tagen feiern.

 

Als Baby, als kleines Kind kommt Gott in Jesus zur Welt.

So will Gott den Menschen ganz nahe sein.

Durch Jesus will er den Menschen von sich erzählen, Vertrauen schaffen, weil er da ist. Mitten drin in ihrem Leben.

Manchen hat das gefallen. Anderen nicht.

 

Manche konnten es glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist. Andere nicht.

Jesu Leben, das eröffnete den Menschen plötzlich einen Blick auf Gott. Auf einen liebenden, verzeihenden, den Menschen zugewandten Gott.

„Nein, das kann doch nicht sein?“, dachten viele. Ist Gott so?

Kann das sein?

Viele zweifelten. Viele glaubten, dass Jesus ihnen etwas vorspielte.

Was so freudig, von Gott so gut gedacht im Stall von Bethlehem begann brachte auch Unruhe hervor. Sogar Feindschaft und ja, auch den Tod Jesu.

 

Doch noch ein Doch: Jesus ist er auferstanden von den Toten.

 

Gott setzt noch ein Zeichen. Eines, das den Menschen vom Tod befreit. Der todbringende Vertrauensbruch wird von Gott geheilt. Der Neuanfang ist da. Das was Gott und Mensch sich schon so lange erhofft haben. Alles auf Anfang!

 

Gott wird Mensch und überwindet den Tod. Das ist der Neuanfang! Das ist die neue Chance, die Gott seinen Menschen gibt. Aus Gnade. Aus Liebe. Ohne, dass es einer Leistung bedarf. Nur weil ich ein von ihm geliebter Mensch bin.

 

Heute Nacht ganz besonders, wenn Gott sich noch einmal ganz klein macht, aber auch an jedem anderen Tag, darf ich Gott nahe sein.

 

Gott, der die Welt und dich und mich erschaffen hat, lädt ein, mit ihm in Kontakt zu treten.

Was für ein Geschenk! Und schön, wenn uns manch schönes Geschenk heute Abend daran erinnert: Das größte Geschenk an Weihnachten ist, dass Gott sich selbst dir und mir schenkt. Damit ich neu anfangen kann zu vertrauen, Gott und den Menschen und mir selbst. Damit Frieden werden kann. In dir und in mir. In dieser Welt. Lassen wir uns von Gott beschenken. Frohe Weihnachten!